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Atterberg-Grenzen in Kiel: Plastizitätseigenschaften sicher bestimmen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Die Baugrundverhältnisse in Kiel könnten unterschiedlicher kaum sein. Während das Ostufer der Förde auf sandigen, eiszeitlichen Hochflächen mit tragfähigen Geschiebemergeln liegt, dominieren im Westen und entlang der Niederungen der Eider weiche, marine Tone und organogene Schichten. Genau hier, in den bindigen Böden der Hörn oder des Stadtteils Gaarden, entscheiden die Atterberg-Grenzen über die Tragfähigkeitsklasse und das Verformungsverhalten. Die Fließgrenze und die Ausrollgrenze nach DIN 18122 liefern die Kennwerte, die für jede Erdstatik und Gründungsbewertung in Kiel benötigt werden. Bevor ein Rammplan für die SPT-Bohrung festgelegt wird, klären wir im Labor die Konsistenzzahl und damit den Zustand des anstehenden Geschiebemergels direkt vor Ort.

Die Plastizitätszahl ist kein akademischer Wert, sondern entscheidet in Kiel direkt über die zulässige Sohlspannung von Streifenfundamenten auf Geschiebemergel.

Unser Ansatz

Die städtebauliche Entwicklung Kiels nach der Kriegszerstörung 1945 führte zu einer schnellen Wiederbebauung, bei der vielerorts Auffüllungen und Trümmerschichten in ehemaligen Feuchtgebieten eingebaut wurden. Diese heterogenen, anthropogen veränderten Substrate zeigen heute oft ein völlig anderes Plastizitätsverhalten als die darunter anstehenden natürlichen Böden. Bei der Bestimmung der Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12 wird die Fließgrenze mit dem Gerät nach Casagrande ermittelt, die Ausrollgrenze manuell auf einer saugfähigen Platte. Aus beiden Werten ergibt sich die Plastizitätszahl, die in das Plastizitätsdiagramm nach Casagrande einfließt — eine unverzichtbare Klassifikationshilfe für jeden Baugrundgutachter in Schleswig-Holstein. Die Probenaufbereitung erfolgt streng nach DIN, wobei der Überkornanteil über 0,4 mm konsequent abgetrennt wird. Nur so lassen sich die bindigen Anteile der Kieler Beckensedimente reproduzierbar bewerten.
Atterberg-Grenzen in Kiel: Plastizitätseigenschaften sicher bestimmen
Technisches Referenzbild — Kiel

Örtliche Baugrundfaktoren

Die Casagrande-Schale steht auf einer justierten Fallhöhe von 10 mm — im Labor in Kiel wird sie täglich vor der ersten Messung mit einer Lehre kontrolliert. Denn schon eine Abweichung von 0,5 mm verfälscht die Fließgrenze um mehrere Prozentpunkte und verschiebt den Boden im Plastizitätsdiagramm in eine falsche Gruppe. Gerade die leicht plastischen Tone der Kieler Fördehänge reagieren empfindlich auf solche Unschärfen. Eine fehlerhafte Klassifikation kann bei der Bemessung von Baugruben oder Dichtungsschichten massive Konsequenzen haben — von unterschätztem Quelldruck bis zu unzureichender Scherfestigkeit. Unser Labor wendet für jede Probe ein Doppelbestimmungsverfahren an und verwirft Ausreißer konsequent. Der Zielwert ist eine Vergleichspräzision von unter 5 % bei der Plastizitätszahl, dokumentiert im Prüfbericht nach DIN EN ISO/IEC 17025.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Fließgrenze (wL)Wassergehalt am Übergang vom plastischen zum flüssigen Zustand nach DIN 18122
Ausrollgrenze (wP)Wassergehalt am Übergang vom halbfesten zum plastischen Zustand
Plastizitätszahl (IP)Differenz aus Fließgrenze und Ausrollgrenze (IP = wL - wP)
Konsistenzzahl (IC)Beurteilung der aktuellen Zustandsform (IC = (wL - w) / IP)
NormgrundlageDIN EN ISO 17892-12, nationale Ergänzung DIN 18122-1
ProbenmengeMindestens 200 g Feinanteil < 0,4 mm aus gestörten Bodenproben
PlastizitätsdiagrammKlassifikation nach Casagrande (TL, TM, TA) gemäß DIN 18196

Zugehörige Fachleistungen

01

Vollständige Zustandsgrenzen

Bestimmung von Fließgrenze, Ausrollgrenze und daraus abgeleiteter Plastizitätszahl inklusive Einstufung nach DIN 18196. Erforderlich für jede Baugrunderkundung in bindigen Böden Kiels.

02

Kombinationsanalyse mit Sieblinie

Ergänzend zu den Atterberg-Grenzen wird die Korngrößenverteilung durch Nasssiebung und Sedimentation bestimmt. Liefert die vollständige Bodenansprache für gemischtkörnige Substrate wie Geschiebemergel.

03

Konsistenzmonitoring bei Aushub

Wiederholte Bestimmung der Konsistenzzahl während der Bauphase zur Überwachung von Wasserhaltungsmaßnahmen. Besonders relevant in den tonigen Bereichen entlang der Kieler Förde und im Baugrund der Innenstadt.

Normativer Rahmen

DIN EN ISO 17892-12:2018 — Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Laborversuche an Bodenproben - Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18122-1:1997 — Baugrund, Untersuchung von Bodenproben - Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) - Teil 1: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18196:2023 — Erd- und Grundbau - Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke

Fragen und Antworten

Wann ist die Bestimmung der Atterberg-Grenzen in Kiel notwendig?

Immer dann, wenn bindige Böden anstehen — und das ist in weiten Teilen Kiels der Fall, vor allem in den Niederungen und entlang der Fördehänge. Sobald der Feinkornanteil über 40 % liegt, verlangt die DIN 4020 in der Regel die Angabe der Zustandsgrenzen. Ohne diese Werte ist keine korrekte Bodenklassifikation nach DIN 18196 und keine belastbare Setzungsprognose möglich.

Was kosten die Atterberg-Grenzen im Labor?

Für eine Standardbestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze an einer gestörten Probe liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €50 und €100. Bei größeren Kampagnen mit mehr als zehn Proben bieten wir degressive Staffelpreise an.

Wie lange dauert die Ermittlung der Atterberg-Grenzen?

Die reine Versuchsdauer beträgt etwa einen halben Tag pro Probe, da die Fließgrenze aus vier bis fünf Einzelpunkten im Bereich von 15 bis 40 Schlägen ermittelt wird. Hinzu kommen die Trocknungszeit bei 105 °C und die vorgeschriebene Wasserlagerung über 24 Stunden nach Probenaufbereitung. Mit der Berichterstellung rechnen Sie insgesamt mit 3 bis 4 Werktagen.

Welche Normen gelten für die Atterberg-Grenzen in Deutschland?

In Deutschland ist die DIN EN ISO 17892-12:2018 die führende Norm. National wird sie durch die ältere, aber weiterhin gültige DIN 18122-1 ergänzt, die einige zusätzliche Festlegungen für die Probenvorbereitung enthält. Die Klassifikation des Bodens erfolgt anschließend nach DIN 18196, dem maßgebenden Regelwerk für bautechnische Zwecke.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Kiel und Umgebung.

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