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SPT (Standard Penetration Test) in Kiel: Sondierungen für tragfähige Baugrundbeurteilung

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Das Gestänge rasselt im Takt des 63,5-Kilogramm-Fallhammers, wenn wir den Standard Penetration Test auf einem Kieler Baufeld durchführen. Ein Raupenbohrgerät setzt die SPT-Sonde am Gestänge auf die vorgesehene Tiefe ab, dann zählt der Bohrarbeiter die Schläge für 30 Zentimeter Eindringung – der sogenannte N-Wert, den jeder Geotechniker in der Fördestadt als direkten Kennwert für die Lagerungsdichte interpretiert. Da Kiels Baugrund häufig von Geschiebemergel und sandigen Fördeablagerungen geprägt ist, liefert der SPT-Versuch reproduzierbare Zahlen, die in keiner Ausschreibung fehlen dürfen. Die Nähe zur Ostsee beeinflusst den Grundwasserstand erheblich, was bei der Sondierung ebenso dokumentiert wird wie die Schichtwechsel zwischen Beckenschluffen und pleistozänen Sanden.

Der N-Wert aus dem SPT ist keine abstrakte Zahl, sondern das direkte Maß für die Rammeignung eines Bodens unter Kieler Baustellenbedingungen.

Unser Ansatz

Der Wiederaufbau Kiels nach 1945 verdichtete die Innenstadt auf Trümmerschutt und aufgefüllten Hafenbecken – Altlasten und inhomogene künstliche Auffüllungen, die heute bei jeder Baugrunduntersuchung kritisch hinterfragt werden. Wo historische Bebauung auf marinen Weichschichten steht, erlaubt der Standard Penetration Test eine schichtbezogene Bewertung des Eindringwiderstands, die mit Laborversuchen wie der Korngrößenanalyse kombiniert wird, um den Feinkornanteil der holozänen Fördesedimente zu klassifizieren. In den Hanglagen um Düsternbrook oder Elmschenhagen wiederum stoßen die SPT-Sonden oft auf den kalkhaltigen Geschiebemergel der Grundmoräne, der Schlagzahlen über 30 liefert und damit bereits als tragfähiger Horizont für die Lastabtragung herangezogen werden kann.
SPT (Standard Penetration Test) in Kiel: Sondierungen für tragfähige Baugrundbeurteilung
Technisches Referenzbild — Kiel

Örtliche Baugrundfaktoren

Die DIN EN ISO 22476-3 in Verbindung mit dem Handbuch Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) verlangt für Kieler Bauvorhaben in den Erdbebenzonen 1 und 2 eine nachvollziehbare Ermittlung der Lagerungsdichte – und genau hier offenbart der Standard Penetration Test seinen praktischen Wert. In den Niederungsgebieten entlang der Schwentine und im Umfeld des Nord-Ostsee-Kanals treten häufig locker gelagerte Sande auf, die bei N-Werten unter 10 ein reales Verflüssigungspotenzial unter dynamischer Belastung bergen. Wer in der Wik oder in Gaarden-Süd ein Mehrfamilienhaus gründet, ohne diese Schlagzahlen zu kennen, riskiert Setzungsdifferenzen, die später teure Unterfangungen und ungeplante Bodeninjektionen nach sich ziehen. Die SPT-Sonde deckt solche Schwachstellen auf, bevor die Bodenplatte betoniert wird.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormDIN EN ISO 22476-3:2005
Fallmasse63,5 kg ± 0,5 kg
Fallhöhe760 mm ± 10 mm
GestängedurchmesserAW, BW oder NW (typisch)
Schlagfrequenz30–40 Schläge/min
ProbennahmeSpatel-/Rammkernrohr (aufgesetzter Schuh)
DokumentationN10, N20, N30 je 15-cm-Abschnitt
Anwendungsgrenzefeinkörnige bis grobkörnige Lockergesteine

Zugehörige Fachleistungen

01

SPT-Begleitung für Kleinbohrungen

Wir setzen den Standard Penetration Test im Zuge von Rammkernbohrungen (Durchmesser 80–146 mm) ein und ermitteln N-Werte sowie gestörte Bodenproben meterweise. Diese Methode eignet sich für Baugrundgutachten bei Einfamilienhäusern in Kieler Randlagen, wo schluffige Sande und Geschiebemergel in Wechsellagerung auftreten.

02

Schwere Rammsondierung DPH-A

Bei tiefreichender Erkundung für Pfahlgründungen in der Kieler Innenstadt kombinieren wir den SPT mit der schweren Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-2, um die Schlagzahlen über 10 Meter Tiefe kontinuierlich zu erfassen und mit den N-Werten zu korrelieren.

Normativer Rahmen

DIN EN ISO 22476-3:2005 – Felduntersuchungen, Teil 3: Standard Penetration Test, DIN EN 1997-2:2010 – Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020:2010 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 1054:2021 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau

Fragen und Antworten

Warum brauche ich in Kiel einen SPT und nicht nur eine Drucksonde?

Die Drucksonde (CPT) misst Spitzendruck und Mantelreibung elektrisch und liefert ein kontinuierliches Profil – der Vorteil des SPT liegt jedoch in der gleichzeitigen Probengewinnung. In Kiels oft steinigem Geschiebemergel kann die Drucksonde zudem frühzeitig aufsetzen und Messwerte verfälschen, während der SPT mit der Rammkernsonde auch rollige Horizonte durchteuft und eine Bodenansprache vor Ort erlaubt.

Was kostet eine SPT-Sondierung in Kiel etwa?

Für eine Standard-Bohrung mit SPT-Beprobung im Großraum Kiel müssen Sie mit einem Richtpreis zwischen €430 und €630 pro Einsatz rechnen, abhängig von Bohrtiefe, Anzahl der SPT-Intervalle und dem erforderlichen Gestängeaufwand. Bei mehreren Sondierungen auf einem Baufeld reduzieren sich die Mobilisierungskosten pro Punkt spürbar.

Welche Normen gelten für den SPT in Deutschland?

Der Standard Penetration Test wird in Deutschland nach DIN EN ISO 22476-3:2005 durchgeführt und im Rahmen der geotechnischen Erkundung gemäß DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) ausgewertet. Die Ergebnisse fließen in die Baugrundbeurteilung nach DIN 4020 ein und werden bei Gründungsnachweisen nach DIN 1054 herangezogen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Kiel und Umgebung.

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