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Stützwandbemessung in Kiel: Geotechnische Sicherheit für maritime und urbane Projekte

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Wenn wir mit dem Kernbohrgerät entlang der Kiellinie anrücken oder in Gaarden die Sondierraupe absetzen, sehen wir sofort, was Kiel geotechnisch so besonders macht. Die Förde, der Kanal und die bewegte eiszeitliche Topographie haben einen Untergrund geschaffen, der bei jeder Stützwandbemessung präzise untersucht werden muss. Unsere 15 Tonnen schwere schwere Rammsonde durchörtert marine Weichschichten und Geschiebemergel, bis wir auf tragfähigen Sand in der Tiefe stoßen. Die Daten fließen direkt in den Lastfall Erddruck nach DIN EN 1997-1 ein – denn eine Stützwand in Kiel muss mehr können als anderswo. Nicht nur den Boden, sondern auch das drückende Grundwasser und die dynamischen Lasten aus dem Schiffsverkehr am Ostuferhafen halten. In unserer Erfahrung aus über 20 Jahren in Schleswig-Holstein zeigt sich: Die beste Stützwandbemessung beginnt mit einer Baugrunderkundung, die keine Überraschung im Untergrund übersieht.

Eine Stützwand in Kiel bemisst man nicht für den Boden allein – man bemisst sie für das Zusammenspiel aus weichem Mergel, drückendem Grundwasser und der Nähe zur Förde.

Unser Ansatz

Ein typisches Projekt, das wir begleiten, war eine Baugrube in der Wik, nur 300 Meter von der Förde entfernt. 6 Meter tiefe Ausschachtung, daneben ein Bestandsgebäude von 1905. Der Untergrund: 4 Meter weicher Klei, darunter Geschiebemergel mit Steinen. Der Grundwasserstand lag bei 1,80 Meter unter Gelände. Für die Stützwandbemessung mussten wir den aktiven Erddruck auf den rückverhängten Trägerbohlwandverbau exakt ermitteln – und zwar unter Berücksichtigung des schnellen Wasserwiederanstiegs nach Regenereignissen, die in Kiel häufig sind. Wir kombinierten die Aufschlussdaten mit einem CPT-Versuch direkt neben der geplanten Wandachse, um den Spitzendruck lückenlos zu erfassen. Die Wandhöhe von Kieler Stützkonstruktionen reicht von 1,50 Meter für private Hanggrundstücke in Düsternbrook bis über 8 Meter für die neuen Kaianlagen im Nordhafen. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel von Einbindetiefe, Auflast und dem Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch – sonst wird aus der Stützwand schnell ein Problemfall. Ergänzend setzen wir bei gröberen Böden den Plattendruckversuch ein, um das Verformungsverhalten des Stützkörpers realistisch zu modellieren.
Stützwandbemessung in Kiel: Geotechnische Sicherheit für maritime und urbane Projekte
Technisches Referenzbild — Kiel

Örtliche Baugrundfaktoren

Die DIN EN 1997-1 in Verbindung mit der DIN 1054:2021-04 fordert für Kieler Bodenverhältnisse einen konservativen Ansatz der Scherparameter. Der Grund: Weichschichten aus der Holstein-Warmzeit und organische Einlagerungen in der Fördetal-Füllung neigen zu progressivem Bruchverhalten. Wenn wir an der Hörn oder am Germaniahafen eine Stützwand bemessen, prüfen wir immer den Nachweis der tiefen Gleitfuge. Die Versagenswahrscheinlichkeit steigt sprunghaft, sobald die Einbindetiefe weniger als das 1,2-fache der freien Höhe beträgt – eine Regel, die in Kiel wegen der oft begrenzten Platzverhältnisse unterschätzt wird. Noch kritischer ist der hydraulische Grundbruch in der offenen Baugrube. Der Porenwasserdruck im Kieler Sand kann bei Tideeinfluss oder Starkregen innerhalb von Minuten ansteigen. Wir modellieren das mit instationären Grundwasserströmungsmodellen. Ein unterschätzter Wasserandrang ist in Kiel die häufigste Ursache für Wandverformungen, die wir im Aushub-Monitoring dokumentieren.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BerechnungsnormDIN EN 1997-1 (Eurocode 7) mit DIN 1054:2021-04
NachweisverfahrenGEO-2 und GEO-3 (Beobachtungsmethode)
BodenparameterEffektive Scherparameter φ' und c' aus Triaxialversuchen
ErddruckansatzAktiver/Erhöhter aktiver Erddruck nach DIN 4085
GrundwasserStrömungsnetzberechnung mit Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch
Dynamische LastenBerücksichtigung von Schiffsanprall und Kranlasten im Hafenbereich
Materialkennwerte StützkörperBewehrter Beton C25/30, Stahl B500B nach EC2

Zugehörige Fachleistungen

01

Baugrunderkundung für Stützwände

Durchführung von Kernbohrungen, Rammsondierungen und CPT-Sondierungen entlang der geplanten Wandachse. Erstellung von Baugrundprofilen mit charakteristischen Bodenkennwerten speziell für Erddruckberechnungen.

02

Erdstatische Berechnung und Nachweisführung

Vollständige Berechnung nach EC7 und DIN 1054: Nachweis der Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Gesamtstandsicherheit. Berücksichtigung von Bauzuständen und hydraulischen Randbedingungen.

03

Hydraulische Grundbruch- und Auftriebsnachweise

Instationäre Grundwasserströmungsmodellierung für Baugruben mit hohem Grundwasserstand. Festlegung von Wasserhaltungsmaßnahmen und Nachweis der Sicherheit gegen hydraulischen Grundbruch.

04

Bauüberwachung und Verformungsmonitoring

Geotechnische Fachbauleitung mit inklinometrischen Messungen, geodätischen Setzungsmessungen und Ankerprüfungen zur Validierung der Berechnungsannahmen während der Bauausführung.

Normativer Rahmen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4085:2017-08 (Baugrund – Berechnung des Erddrucks), DIN EN ISO 17892 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben)

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Kiel und Umgebung.

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