Viele Bauprojekte in Kiel scheitern bereits in der Planungsphase an einer unzureichenden Bodenansprache. Wer die Kornverteilung nur schätzt, riskiert Fehlinterpretationen bei der Tragfähigkeit oder der Wasserdurchlässigkeit. Die kombinierte Korngrößenanalyse nach DIN 18123 liefert die exakte Sieblinie — von den Grobanteilen im Siebsatz bis zur Feinstfraktion im Hydrometer. Gerade in den eiszeitlich geprägten Böden Kiels, wo Geschiebemergel und Beckenschluffe oft nebeneinander auftreten, ist diese Unterscheidung baupraktisch entscheidend. Unser Labor führt die Analyse an gestörten Proben aus Schürfgruben oder SPT-Bohrungen durch und klassifiziert den Boden normgerecht nach DIN EN ISO 14688. Das Ergebnis ist eine belastbare Grundlage für jede weitere erdstatische Bemessung.
Die Sieblinie aus Siebung und Hydrometer ist die einzige normkonforme Grundlage für die Bodenklassifikation nach DIN 18196 — unverzichtbar für jede Standsicherheitsberechnung.
Unser Ansatz
Kiel liegt auf einer Höhe von nur 5 m ü.NN, umgeben von der Kieler Förde und durchzogen von ehemaligen Schmelzwasserrinnen der Weichsel-Kaltzeit. Diese Geologie erzeugt eine enorme Variabilität: Von sandigen Kuppen über holozäne Kleiablagerungen bis zu bindigen Beckensedimenten kann der Untergrund auf wenigen hundert Metern komplett wechseln. Die Korngrößenanalyse macht diese Unterschiede quantifizierbar. Wir bestimmen den Ungleichförmigkeitsgrad Cu und die Krümmungszahl Cc aus der Sieblinie — beides Kennwerte, die direkt in die Beurteilung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB oder der Filterstabilität nach Terzaghi eingehen. Die Hydrometeranalyse erfasst zudem den Ton- und Schluffanteil unter 0,063 mm, der für die Konsistenz und das Schrumpfverhalten bindiger Kieler Böden maßgeblich ist. Die Klassifikation erfolgt unmittelbar nach DIN 18196, sodass der Baugrundgutachter die Ergebnisse direkt in seine Bemessung übernehmen kann.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die DIN 4020 fordert für jedes Baugrundgutachten eine eindeutige Bodenklassifikation auf Basis der Korngrößenverteilung. In Kiel ist das besonders kritisch, weil die pleistozänen Ablagerungen oft geschichtet oder linsenförmig aufgebaut sind. Wer nur eine Fingerprobe macht, übersieht dünne Feinsandlagen im Geschiebemergel, die später als Wasserwegigkeit wirken und bei Baugruben zu hydraulischen Grundbrüchen führen können. Ein weiteres Risiko: Fehlklassifikation von Beckenschluffen als 'tonig'. Die Hydrometeranalyse zeigt dann den tatsächlichen Tongehalt und verhindert, dass die Konsistenzzahl falsch angesetzt und die Setzungsprognose zu optimistisch ausfällt. Bei Frostempfindlichkeitsklassen nach ZTV E-StB entscheidet allein der Feinkornanteil < 0,063 mm über die Einstufung F1 bis F3 — und damit über die erforderliche Dicke des frostsicheren Oberbaus.
Normativer Rahmen
DIN 18123: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN EN ISO 17892-4: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN EN ISO 14688: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
Fragen und Antworten
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer?
Die kombinierte Analyse liegt je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €100 und €190. Bei mehr als 5 Proben gewähren wir einen Staffelrabatt.
Reicht eine gestörte Probe für die Korngrößenanalyse?
Ja, für Siebung und Hydrometer ist eine gestörte Probe ausreichend. Wichtig ist nur die repräsentative Entnahme und die luftdichte Verpackung, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt.
Wie lange dauert die Analyse im Labor?
Die Routinebearbeitung dauert 3 bis 5 Werktage. Die Hydrometeranalyse benötigt die meiste Zeit, da die Sedimentationsmessungen über 24 Stunden laufen müssen. Eilaufträge sind gegen Aufpreis in 48 Stunden möglich.
Warum ist die Hydrometeranalyse in Kiel so wichtig?
Die Geschiebemergel und Beckenschluffe in Kiel haben oft einen Feinkornanteil unter 0,063 mm, der mit Siebung allein nicht erfasst wird. Das Hydrometer liefert die Kornanteile bis in den Tonbereich, was für die Frostempfindlichkeit und die Konsistenzzahl entscheidend ist.