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Felddurchlässigkeitsversuch in Kiel – Lefranc- und Lugeon-Tests für fundierte Baugrundentscheidungen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Der Wiederaufbau Kiels nach 1945 hat die Innenstadt rund um den Kleinen Kiel und die Holstenstraße völlig neu geformt – oft auf Trümmerschichten und aufgefüllten Hafenbecken. Diese städtebauliche Historie hat einen Baugrund hinterlassen, der bei jedem neuen Projekt eine zentrale Frage aufwirft: Wie bewegt sich das Wasser im Untergrund? Der Felddurchlässigkeitsversuch liefert genau diese Antwort. Ob im glazial geprägten Geschiebemergel der Moränenlandschaft oder in sandigen Auffüllungen am Ostufer – der Lefranc-Test im Bohrloch und der Lugeon-Test im Fels klären die Durchlässigkeit direkt in situ. So weiß der Bauherr, ob eine Baugrube trocken bleibt oder aufwändige Wasserhaltung braucht. Ergänzend zum reinen Kennwert betrachten wir die Ergebnisse ingenieurtechnisch und geben eine realistische Einschätzung für die Bauausführung.

Ein laborgestützter kf-Wert allein reicht in Kiels heterogenen Auffüllungen selten aus. Der Feldversuch misst den Durchfluss im realen Porengefüge.

Unser Ansatz

Kiel steht geologisch auf dem Sandersaum der Weichsel-Kaltzeit. Das bedeutet: oberflächennah oft rollige Sande mit hoher Durchlässigkeit, darunter der typische Geschiebemergel, der je nach Tonanteil als Grundwasserstauer wirkt. Am Westufer der Förde, etwa in Düsternbrook, trifft man auf diesen dichten Mergel schon in geringer Tiefe – und damit auf völlig andere Versickerungswerte als in den sandigen Auffüllungen der Wik oder in Friedrichsort. Für die Dimensionierung von Versickerungsanlagen nach DWA-A 138 ist der kf-Wert aus dem Feldversuch die entscheidende Bemessungsgröße. Der Lefranc-Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe erfasst genau das: den realen Durchlässigkeitsbeiwert des ungestörten Bodenverbands. Im Einzelfall kombinieren wir den Test mit einer Korngrößenanalyse, wenn die Sieblinie den Feldwert untermauern oder einordnen soll.
Felddurchlässigkeitsversuch in Kiel – Lefranc- und Lugeon-Tests für fundierte Baugrundentscheidungen
Technisches Referenzbild — Kiel

Örtliche Baugrundfaktoren

Vergleicht man die Baugrundverhältnisse in Gaarden-Süd mit denen in Elmschenhagen, zeigt sich das Risikopotenzial: Gaarden liegt nahe der Förde auf sandig-kiesigen Ablagerungen mit schnellem Grundwasserzutritt. Elmschenhagen hingegen wurzelt auf verdichtetem Geschiebemergel mit geringer Durchlässigkeit. Wer in Gaarden eine Tiefbaugrube ohne vorherigen Felddurchlässigkeitsversuch plant, riskiert massive Wasserzutritte, die jeden Bauzeitenplan sprengen. Umgekehrt kann in Elmschenhagen eine falsch dimensionierte Rigole ohne kf-Nachweis zum Rückstau führen. Die Folgen: Nachtragsangebote, Ausführungsstillstand, im Extremfall Schäden an der Gebäudeabdichtung. Ein belastbarer kf-Wert aus dem Feldversuch schützt das Budget und das Bauwerk gleichermaßen.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN EN ISO 22282, Teile 2 (Lefranc) und 3 (Lugeon)
Bodenart – LefrancLockergestein, Sand, Kies, Geschiebemergel
Bodenart – LugeonFest- und Kluftgestein, verwitterter Fels
Prüftiefe (Standard)bis ca. 25 m unter GOK, größere Tiefen auf Anfrage
VersuchstypenKonstante Druckhöhe, fallende Druckhöhe, Auffüllversuch
MessgrößeDurchlässigkeitsbeiwert kf in m/s oder Lugeon-Wert
BerichtsumfangPrüfprotokoll, Auswertediagramm, ingenieurtechnische Einordnung

Zugehörige Fachleistungen

01

Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon

Ausführung des Versuchs im Bohrloch mit konstanter oder fallender Druckhöhe. Inklusive Spülbohrung, Messdatenerfassung vor Ort und Auswertung des kf-Werts sowie des Lugeon-Werts bei Fels. Auf Wunsch mit begleitender bodenmechanischer Ansprache.

02

Geotechnische Beratung und Bemessung

Einordnung der Feldwerte in die konkrete Baumaßnahme: Dimensionierung von Versickerungsanlagen, Abschätzung des Wasserandrangs für Baugruben, Festlegung von Restwasserhaltungsmaßnahmen. Sie erhalten eine belastbare Grundlage für die Ausschreibung der Erdarbeiten.

Normativer Rahmen

DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 2: Versickerungsversuche im Bohrloch (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 – Feldversuche – Teil 3: Wasserdruckversuche im Fels (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser

Fragen und Antworten

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Kiel?

Ein einzelner Lefranc-Versuch im Bohrloch liegt in Kiel üblicherweise zwischen €610 und €1030, abhängig von Bohrtiefe, Anzahl der Teststufen und ob eine Spülbohrung erforderlich ist. Lugeon-Tests im Fels sind aufwändiger und werden projektspezifisch kalkuliert. Jedes Angebot beinhaltet die vollständige Messdatenerfassung und den Auswertebericht.

Wann brauche ich einen Lefranc-Test und wann einen Lugeon-Test?

Der Lefranc-Test ist für Lockergesteine wie Sand, Kies oder Geschiebemergel das richtige Verfahren. Sobald Festgestein oder stark geklüfteter Fels ansteht, wechseln wir zum Lugeon-Test, der mit höheren Drücken die Durchlässigkeit des Kluftsystems misst. Unsere Bohrbegleitung stellt sicher, dass das passende Verfahren gewählt wird.

Wie viele Versuche sind auf meinem Grundstück nötig?

Die Anzahl richtet sich nach der Baugrundheterogenität und der Größe der geplanten Versickerungsanlage. In Kiels wechselhaften Auffüllungen empfehlen wir meist mindestens zwei bis drei Versuche in unterschiedlichen Tiefen und Lagepunkten, um einen repräsentativen Bemessungs-kf-Wert abzuleiten.

Reicht ein Laborversuch zur Bestimmung des kf-Werts nicht aus?

Im Labor wird der kf-Wert an einer gestörten oder ungestörten Probe unter idealisierten Bedingungen ermittelt. Der Feldversuch misst den Durchfluss im natürlichen Gefüge, inklusive Wurzelkanälen, Klüften und Schichtgrenzen. Für die Bemessung von Versickerungsanlagen nach DWA-A 138 ist der Feldwert maßgebend und wird von den Genehmigungsbehörden in Kiel so gefordert.

Kann der Versuch bei jedem Wetter stattfinden?

Die Durchführung ist witterungsunabhängig möglich, solange der Bohrpunkt zugänglich ist. Lediglich bei gefrorenem Oberboden oder extremem Hochwasser an der Förde kann es zu Verzögerungen kommen. Wir stimmen den Termin flexibel mit Ihrem Bauablauf ab.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Kiel und Umgebung. Mehr Info.

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